HMS Achilles

Die Idee zu einem bewaffneten Luftschiff hatte ein junger britischer Offizier! Emerson Patrick Drake, war als 18 jähriger frischgebackener Lieutenant der Royal Artillerie Militärbeobachter während des amerikanischen Bürgerkrieges. Zum einen beeindruckten ihn die eingesetzten Panzerschiffe mit ihren Dampfmaschinen und zum zweiten zeigte er reges Interesse an den eingesetzen Beobachtungsballons. Als Artillerist erkannte er gleich das die Einsatzmöglichkeiten, auch nur zur Beobachtung und Feuerleitung, deutlich besser wären wenn sie sich frei bewegen könnten.

Zurück in England begann er ein Ingenieursstudium. Nach Abschluss lies er sich zum 4thRegiment Royal Artillery versetzen. Das Regiment war dafür bekannt die neusten und experimentellen Waffen zur Erprobung und Weiterentwicklung zu bekommen.

Mit seinem jetzigen technischen Wissen entwickelte er die Konstruktionsidee zur Pegasus-Klasse.

1874 legte er dem Armeeführung seine Pläne für ein bewaffnetes, steuerbares Luftschiff vor. Bekannt für seine konservative Haltung lehnte man die Pläne 3 Monate später ab, mit der Begründung es gebe keinen Bedarf für so ein fantastisches, technisches Spielzeug das mit Sicherheit nicht einmal funktionieren würde.

Drake nahm seine Pläne und legte Sie der Navy vor. Ob es daran lag das Drake als Gondel den Rumpf eines Schiffes vorsah oder ob die Navy Neuerungen zu dem Zeitpunkt generell aufgeschlossener gegenüberstand lässt sich im Nachhinein nicht mehr genau sagen. Drake erhielt nach 2 Monaten den Auftrag einen Prototypen zu bauen.

Da er mit dem Auftriebskörper Neuland betrat dauerte der Bau länger als gedacht. Mit den vorhandenen Dampfmaschinen hätte der Auftriebskörper viel größer werden müssen als vorher geplant. Die Lösung brachte der Vorschlag eines ehemaligen Studienfreundes eine kompaktere Maschine selbst zu entwickeln. Was ihnen auch gelang!

Im Januar 1878 war die Achilles bereit zu ihrer ersten Fahrt. Zu erst ohne die vorgesehene Bewaffnung von 2 10"- Parrotgeschützen mit gezogenem Lauf und einem 13" Mörsers aber mit entsprechendem Ballast erprobt zeigte sie gute Steuerbarkeit in der Seitenrichtung. Allerdings reagierte Sie sehr träge in der Höhensteuerbarkeit. Zusätzlich montierte Steuerflügel am Bug behoben dieses Problem.

Die Besatzung besteht aus einem Teil der nur für das Fahren des Luftschiffes zuständig ist, das heisst aus dem Captain, einem Seniorpettyofficer als Gefechtsrudergänger, 2 Pettyofficer als Wachrudergänger und dem Maschinenpersonal( zuständig für die Maschinen und und die Schiffsinstandhaltung). Der 2te Besatzungsteil besteht aus den Artilleriebedienungen. Der zu dieser Gruppe gehörende Artillerieoffizier fungierte gleichzeitig als Schiffsoffizier. Die Besatzung besteht durchweg aus Freiwilligen.

Der Captain und die Pettyofficer kamen von der Marine, Das Maschinenpersonal aus dem Nachschub-und Transportkorp. Die Artilleriebesatzung kam geschlossen aus dem 4th Regiment Royal Artillery da diese Erfahrung mit neuen Waffen hatten. Wobei die Bewaffnung an sich nicht neu war, sondern es eher um die Entwicklung von Einsatztaktiken bzw. Beschusstechniken ging.

Nach einer 4 monatigen Flugerprobung wurden die Waffen montiert und man begann mit den Schiessübungen. Die Artilleristen lernten schnell die Bewegungen des Schiffs mit einzukalkulieren.

Da auf Grund ihrer Größe für die Achilles keine Marineinfanterie vorgesehen war ( je nach Einsatzaufgabe kommen diese wenn nötig zusätzlich an Bord), hatte der Artillerieoffizier die Idee auf einer nachträglich am Heck angebrachten Plattform eine Gatlinggun zu montieren. Auf der Mastplatform wurden zusätzlich 2 Drehbassen montiert.

Mit den Erfahrungen aus der Achilles bezüglich Steuerung und Auftriebs, baute Drake parallel zur Flugerprobung ein 2-Mann Aufklärungs- und Artilleriebeobachtungsluftschiff. Bei gemeinsamen Übungen stellte sich heraus das die seitlich montierte 10-Zöller nicht weit genug nach vorn geschwenkt werden konnten um einen Gegner im Bereich direkt vor dem Rumpf zu beschiessen. Es wurden darauf hin jeweils ein 12-Pfünder-Jagdkanone rechts und links nebeneinander am Bug montiert.

Im Juni 1878 wurde die Achilles als einsatzbereit erklärt und in die Flottenliste aufgenommen.

Man schickte die Achilles im Dezember 1878 direkt nach Afghanistan. Sie nahm aber nicht mehr an den Kämpfen der ersten Phase des 2ten anglo-afghanischen Krieges teil. Ihr erster Einsatz war die Unterstützung von General Roberts Truppen bei der Verteidigung von Kabul im Dezember 1879. Bei der blutigen Schlacht von Maiwand konnte Sie, Aufgrund von fehlendem Munitionsnachschubs, nicht entscheidend eingreifen. Am 1. September half Sie von Roberts' Truppen in der Schlacht von Kandahar mit Unterstützungsfeuer die Aufständischen unter Ayub Khan zuschlagen. Sie wurde bis zum Abzug der britischen Truppen 1881 für Unterstützungs- Transport-  und Versorgungsaufgaben eingesetzt.Danach wurde die Achilles nach England zurück beordert. Die Einsätze der Achilles wurden von Drake genauestens analysiert.

Zurück in England wurde zuerst eine passende Werft gebaut und danach eine Generalüberholung durchgeführt. Nach dem Tot Charles George Gordons und dem Fall von Khartoum Ende Januar 1885 wurde Die komplett überholte und neu ausgerüstete Achilles im November 1885 in den Sudan verlegt.

Der erste Einsatz war die Unterstützung bei der Verteidigung der belagerten Stadt Sawakin Ende 1887 im Sudan. Im folgenden Jahr wird sie immer wieder für kleinere Unterstützungsaufgaben eingesetzt, man traut ihr aber noch keine Offensivaufgaben zu. Der britische Oberkommandierende General Grenfell wusste sie auch nicht richtig einzusetzen und hielt sie deshalb meist in Reserve.

Im August 1891 wurde sie wieder nach England zurück beordert. Der mittlerweile 45jährige Drake erkannte mit dem Auftauchen der ersten Flugmaschinen eine neue Bedrohung. Noch waren diese Flugmaschinen aber noch zu unausgereift für militärische Nutzung. Aber dies sollte sich schnell ändern.

Zwischenzeitlich wurde sie für Transport- und Verbindungsaufgaben genutzt. Zeitweise wurde sogar die Bewaffnung entfernt um mehr Nachschub transportieren zu können.

Schon seit 1892 bereitete General Kitchner die Rückeroberung der Sudan-Provinzen von den Madhisten vor. Im März 1896 erhielt er nun den Befehl den Nil entlang zumarschieren und die Madhisten anzugreifen. Er kannte die Achilles von der Belagerung von Sawakin wo Sie seine Truppen erfolgreich unterstütze und hatte Sie schon Ende 1895 angefordert. So wurde Sie Bestandteil der Anglo-Egyptian Nile Expeditionary Force. An der Schlacht um Firket im Juni 1896 nahm Sie noch nicht Teil. Kitchner erkannte aber ihr Offensivpontial und wollte Sie mit den noch nicht eingetroffenen Kanonenbooten einsetzen. Bis zum September unterstützte Sie, solange die Bahnlinie noch weiter vorgetrieben wurde, die Versorgung mit Nachschub.

Im Laufe des Nilfeldzuges übernahm Sie immer wieder erfolgreich sowohl offensive als auch defensive Aufgaben. Hier besonders zu erwähnen die Schlacht um Atbara am 8.April 1898, bei der Sie maßgeblichen Anteil daran hatte das die britischen Verluste sehr gering ausfielen.(Die Briten verloren 24 Mann, die Ägypter 68 und die Mahdisten ca. 3000. )

Eine entscheidende Offensivrolle spielte Sie dann in der Schlacht von Omdurman am 2.September 1898.

Ausgerüstet mit einem neuen Bombenabwurfgestell am Bug rückte die Achilles zusammen mit den Kanonenbooten den Nil hinauf vor, bekämpfte gezielt Artillerie- und MG-Stellungen und unterstütze die Kanonenboote bei der Abwehr von Madhistischen Sturmangriffen.

Aufgrund ihrer Beweglichkeit konnte sie im Verlauf der Schlacht immer wieder entscheident an Brennpunkten eingreifen.

Eine Woche nach Ende der Kämpfe wurde die Achilles nach England zurück beordert.

Momentan befindet Sie sich wieder zur Generalüberholung im Royal Dockyard in Portsmouth.

Um der Bedrohung durch die neuen Flugmaschinen Rechnung zutragen wurde auf der Oberseite des Auftriebskörpers eine Plattform mit 2 der neuen Maxim-MG´s montiert. Des weiteren sollen die beiden 12-Pfünder am Bug durch neuere Geschütze ersetzt werden sowie auch die beiden 10-Zöller gegen modernere Geschütze. Auch die Drehbassen, die sich als relatv nutzlos erwiesen haben, sollen gegen Maschinengewehre ersetzt werden.

Da sie ihren Wert bewiesen hat, sollen nun weitere Schiffe der Pegasus-Klasse folgen. Der Bau ihres Schwesterschiffes der Hector ist fast abgeschlossen. Man hat allerdings mit der Entscheidung weitere Schiffe zu bauen zu lange gewartet. Es ist fraglich ob Luftschiffe in Anbetracht der neuen Flugzeugentwicklungen nicht als überholt anzusehen sind. Bisher sind England ( mit der Pegasus- und Pathfinder-Klasse ) und Amerika ( Transportluftschiff Mule-Klasse) die einzigen Staaten mit Luftschiffen.

Aber man munkelt das das deutsche Kaiserreich an einem Gegenentwurf zur Pegasus-Klasse arbeitet.